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Glossar

Zentrale Begriffe rund um Unternehmenswissen, datenschutzbewusste KI-Nutzung und KI-E-Mail-Arbeit — jeweils mit kompakter Definition.

Unternehmenswissen

Unternehmenswissen ist die Gesamtheit des Wissens, das in einem Unternehmen vorhanden ist – von dokumentierten Informationen wie Verträgen, Anleitungen und Prozessbeschreibungen bis zum Erfahrungswissen der Mitarbeitenden. Für kleine und mittlere Unternehmen ist es eine zentrale Ressource: Es steckt in E-Mails, Dateien und Köpfen und entscheidet mit darüber, wie schnell Aufgaben erledigt und Fragen beantwortet werden.

Wissensmanagement

Wissensmanagement bezeichnet den systematischen Umgang eines Unternehmens mit Wissen: Es wird erfasst, strukturiert, geteilt und aktuell gehalten, damit es unabhängig von einzelnen Personen verfügbar bleibt. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das besonders relevant, weil Erfahrungswissen dort oft auf wenige Köpfe verteilt ist und beim Ausscheiden von Mitarbeitenden verloren gehen kann.

Wissensdatenbank

Eine Wissensdatenbank ist eine zentrale, durchsuchbare Sammlung von Unternehmenswissen – etwa Dokumente, Anleitungen, Richtlinien und Antworten auf häufige Fragen. Sie macht verstreutes Wissen auffindbar und unabhängig von einzelnen Personen. Für kleine und mittlere Unternehmen ist sie die Grundlage, um Wissen im Team zu teilen, neue Mitarbeitende schneller einzuarbeiten und KI-Anwendungen mit verlässlichen Quellen zu versorgen.

RAG (Retrieval-Augmented Generation)

RAG (Retrieval-Augmented Generation) ist ein Verfahren, bei dem ein KI-Sprachmodell vor der Antwort passende Inhalte aus einer Wissensquelle abruft und seine Antwort auf diese Fundstellen stützt. Statt allein aus Trainingswissen zu antworten, nutzt das Modell aktuelle, unternehmenseigene Dokumente. Für KMU bedeutet das: Antworten beruhen auf eigenem Wissen und lassen sich über Quellenangaben nachprüfen.

Berechtigungsbewusste KI

Berechtigungsbewusste KI bezeichnet KI-Systeme, die bei jeder Anfrage die Zugriffsrechte der anfragenden Person berücksichtigen und nur Informationen aus Quellen verwenden, für die eine Freigabe vorliegt. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das entscheidend, weil sensible Bereiche wie Personal, Finanzen oder Geschäftsführung auch dann geschützt bleiben, wenn eine KI auf das gesamte Unternehmenswissen zugreifen kann.

DSGVO und KI

DSGVO und KI bezeichnet die Anwendung der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf Systeme künstlicher Intelligenz: Personenbezogene Daten dürfen nur mit Rechtsgrundlage, Zweckbindung und Datenminimierung verarbeitet werden. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das, vor dem KI-Einsatz zu klären, welche Daten ein Werkzeug verarbeitet, wo dies geschieht und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO vorliegt.

AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag)

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen einem Verantwortlichen und einem Auftragsverarbeiter, der personenbezogene Daten in dessen Auftrag verarbeitet. Er regelt Gegenstand, Dauer, Art und Zweck der Verarbeitung sowie technische und organisatorische Maßnahmen. Für KMU ist er Pflicht, sobald externe Dienstleister wie Cloud- oder KI-Anbieter personenbezogene Daten verarbeiten.

On-Premise-KI

On-Premise-KI bezeichnet den Betrieb von KI-Systemen auf der eigenen Infrastruktur eines Unternehmens statt in der Cloud eines Anbieters. Daten, Modelle und Rechenleistung bleiben unter direkter Kontrolle der Organisation. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das vor allem dann relevant, wenn besonders sensible Daten das eigene Haus nicht verlassen dürfen oder interne Vorgaben den Cloud-Einsatz einschränken.

KI-Halluzination

Eine KI-Halluzination ist eine Ausgabe eines KI-Sprachmodells, die plausibel und überzeugend klingt, aber sachlich falsch oder frei erfunden ist. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das Phänomen relevant, weil solche Fehler in Angeboten, Kundenantworten oder internen Recherchen leicht unbemerkt bleiben. Wichtigstes Gegenmittel ist die Bindung der Antworten an geprüfte Quellen.

EU AI Act

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist die europäische Verordnung über künstliche Intelligenz. Sie regelt den Einsatz von KI-Systemen nach einem risikobasierten Ansatz – von verbotenen Praktiken über Hochrisiko-Systeme bis zu Transparenzpflichten. Für kleine und mittlere Unternehmen besonders relevant sind die seit dem 2. August 2026 geltenden Kennzeichnungspflichten für bestimmte KI-generierte Inhalte.

Zero Data Retention

Zero Data Retention bezeichnet die vertragliche Zusicherung eines KI-Anbieters, eingehende Anfragen samt ihrer Inhalte nach der Verarbeitung nicht dauerhaft zu speichern. Prompts, Dokumente und Antworten werden nur für die Bearbeitung genutzt und anschließend nicht aufbewahrt. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das wichtig, weil vertrauliche Geschäftsdaten so nicht dauerhaft in den Systemen des KI-Anbieters verbleiben.

Prompt

Ein Prompt ist die Eingabe, mit der eine Person einer KI eine Aufgabe stellt – etwa eine Frage, eine Anweisung oder ein Textauftrag mit Kontext. Wie präzise ein Prompt formuliert ist, bestimmt maßgeblich die Qualität der Antwort. Für kleine und mittlere Unternehmen ist gutes Prompten daher eine zentrale Kompetenz im Arbeitsalltag mit KI-Werkzeugen.